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Workshop Vergolden

Das Vergolden ist eine Arbeit, die viele ersteinmal abschreckt. Auch ich hatte so meine Skrupel davor. Doch mit der richtigen Anleitung, entsprechendem Werkzeug, ein bißchen Geschick und Mut war die Arbeit gar nicht so schwer. Im Gegenteil, es machte richtig Spaß. Das Ergebnis ist besser, als ich mir erhofft hatte. Was ich aber feststellen musste ist, dass es länger dauert die vielen Schichten trocknen zu lassen, als die tatsächliche Arbeit. Um allen, die es einmal versuchen wollen eine Hilfestellung zu geben, zeige ich in Wort und Bild, Schritt für Schritt, wie ich es gelernt habe.

 
 
1. Der von mir handgeschnitzte Sockel muss als erstes grundiert werden. Hierzu verwende ich Casein, das satt auf dem ganzen Holz aufgetragen wird. Das Werkstück trocknen lassen.
 
 
2. Auf dem getrockneten Sockel suche ich mir die Flächen aus die ich vergolden möchte (kleine Markierungen mit Bleistift helfen bei verschnörkelten Objekten nicht die Übersicht zu verlieren). Anschließend trage ich auf diese sorgfältig eine Schelllackverdünnung auf. Die zu vergoldende Oberfläche muß schön glatt werden, deshalb habe ich ca. 20 Schichten aufgetragen. Es ist ratsam jede Schicht trocknen zu lassen, da sonst die schon aufgetragenen immer wieder angelöst werden. Jedes Objekt ist anders, und so genügen mal mehr mal weniger Schichten Lack. Gut durchtrocknen lassen.
 
 
3. Die lackierten Stellen sind jetzt gut zu erkennen. Falls Schelllack auf nicht zu vergoldendes Holz geraten ist, sollte man es jetzt noch wegschnitzen. Später hält die Farbe nicht auf dem Lack, oder wenn es roh bleiben soll, sieht die ganze Vergoldung nicht professionell aus. Auf die Lackierung ist jetzt dünn die Anlegemilch aufzupinseln. Es ist darauf zu achten, dass keine "Pfützen" entstehen, denn erst wenn die Milch angetrocknet ist, kann das Gold angelegt (angeschossen) werden.
 
 
4. Hierzu wird ein Blatt Echtgold auf ein Vergolderkissen gelegt. Vorsicht gilt schon hier, denn es ist nur ein Hauch von Gold. Luftzug ist zu vermeiden! Es genügt, wenn jemand die Tür öffnet oder vorbei läuft, schon ist das Gold weggeflogen und dann meist auch unbrauchbar. Das Gold mit dem Vergoldermesser in kleine brauchbare Stücke schneiden. Anschließend mit dem Anschießer ( ein Pinselchen aus Feenhaar) aufnehmen. Dazu pinselt man sich mehrmals übers Haar ( Männer haben es leichter, mit einem 3 Tage-Bart geht's super) um den Anschießer statisch aufzuladen, dass sich das Gold am Pinsel anhaftet. Das Goldstückchen richtig plazieren und anlegen.
 
 

5. Es ist darauf zu achten, dass keine Anlegemilch an den Pinsel kommt, sonst bleibt das Gold an ihm hängen. So wird Stück für Stück vergoldet. Nach jedem Teilstück ist zu raten, das Gold anzublasen. Dadurch legt es sich besser in und um das Holz herum. Nicht mit den Finger andrücken! Erst nach einer Trocknungszeit von ca. 2-3 Tagen wird das überstehende Gold mit einem feinen Haarpinsel abgekehrt. Dadurch kommen meist kleine Fehlstellen zum Vorschein die nachvergoldet werden müssen. Also Anlegemilch auftragen, antrocknen lassen, Gold klein schneiden, anschießen, 2-3 Tage trocknen lassen und abkehren.

 

 
 
6. Mein Sockel soll nicht roh bleiben, sondern farbig gefasst werden, dass er später gut zur Madonna passt, die auf ihm Platz nehmen soll. Hierzu trage ich so oft eine angemischte Pigmentfarbe auf, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Zwischendurch, wie soll es anders sein, trocknen lassen. Hier waren 3-4 Aufträge nötig.
 
 
7. Nachdem die Farbe durchgetrocknet war, überzog ich sie noch vorsichtig mit einer Wachsschicht (nicht auf das Gold kommen). Wieder trocknen. Noch mal über das Wachs bürsten, mit einer weichen, kleinen Bürste, damit es seidig glänzt. Fertig.
 
unbehandelt
Casein auftragen
Schelllack auftragen
Anlegemilch auftragen
Vergolderkissen mit Anschießer
Gold anlegen
Pigmentfarbe auftragen
fertiger Sockel